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Jedlersdorf

Jedlersdorf entstand auf einer Insel, welche von den Seitenarmen der Donau in Nord-Südrichtung im Marchfeld gebildet wurde. Dieses Gewässer verlief von Strebersdorf über Jedlersdorf, nördlich von Floridsdorf vorbei und streifte Leopoldau bevor sie wieder auf die Donau traf. Bis zum 19. Jahrhundert waren Reste des Seitenarmes als Viehtrift und in Form von Teichen und Wassergräben erkennbar. Die beiden Dorfteiche Jedlersdorfs, der Bernreiterteich (im Norden des Ortszentrums, heute Parkplatz Bernreiterplatz) und der Haspingerteich (im Süden, heute Parkanlage) stammten von diesem Seitenarm.
Trotz mehrfacher Zerstörung im Laufe von Kriegshandlungen (Türkenkriege etc.) entwickelte sich Jedlersdorf aufgrund der begünstigten Lage des Gemeindegebietes an der Brünnerstrasse und der Nordwestbahn zu einem Industriestandort. War die Errichtung der Reichsstrasse nach Mähren (Brünnerstrasse) für die erste Ausdehnung des ehemaligen Inselortes nach Osten günstig, so siedelten sich die Industriebetriebe vor allem im Bereich der Eisenbahnkreuzung an der Brünnerstrasse an. Das Gemeindegebiet von Jedlersdorf umfasste den Bereich zwischen Pragerstrasse und Brünnerstrasse bis, in zwei Teilungsverfahren, zuerst der Bereich des späteren Bezirkszentrums des 21. Bezirkes ("Jedlersdorf am Spitz") und später der Bereich südlich der Bahnschleife zwischen Nord- und Nordwestbahn ("Neu Jedlersdorf") abgetrennt wurden.
In späterer Zeit, vor allem nach dem 2. Weltkrieg wurden die weiten Felder im Osten und Westen des ehemaligen Gemeindegebietes mit großflächigen Wohnbauten, vor allem Gemeindebauten, verbaut.
Der letzte Wohnbauschub entlang der Brünnerstrasse in den 80er und 90er Jahren des 20. Jahrhunderts lies auch die letzten Grünflächen zwischen Jedlersdorf und Stammersdorf verschwinden und die Brünnerstrasse zu einer Strassenschlucht werden. Nur ein schmaler Ackerstreifen entlang des Marchfeldkanales in Richtung Strebersdorf ist bis heute verblieben.

Zeittafel

  • 1108 erste urkundliche Erwähnung von "Urliugesdorf" in einer Klosterneuburger Urkunde ("Salbuch")
  • 1280 Rudolf von Habsburg schenkt dem Dominikaner Frauenkloster den Ort "Urliugesdorf"
  • 1529 nach schweren Zerstörungen durch die Türken wird Jedlersdorf wieder aufgebaut
  • 1538 Jedlersdorf wird erstmals als selbständige Pfarre genannt
  • 1683 abermals wird der Ort durch die Türken in Brand gesteckt
  • 1713/14 durch die Pest sinkt die Einwohnerzahl auf 37. Zum Dank wird eine Holzkapelle zu Ehren des Hl. Karl Borromäus errichtet
  • 1745 die Holzkapelle und ein Großteil des Ortes fällt einer Feuersbrunst zum Opfer
  • 1764 die wiedererrichtete Kapelle wird erweitert
  • 1766 die erste Schule in Jedlersdorf wird errichtet
  • 1782 nach der Aufhebung des Tullner Frauenklosters geht Jedlersdorf in die Verwaltung der k.k.Staatsgüteradministration über
    die Ortschaft "Jedlersdorf am Spitz" an der Kreuzung der beiden Reichsstrassen nach Böhmen (Pragerstrasse) und Mähren (Brünnerstrasse) wird gegründet
  • 1804 Jedlersdorf am Spitz wird von Jedlersdorf abgetrennt
  • 1869 In "Neu-Jedlersdorf" entsteht die "Wiener Locomotiv-Fabriks-AG" (heute "Shopping Center Nord").
  • 1886 Die Dampftramwaylinien Wien (vis á vis Rossauerkaserne)-Floridsdorf-Stammersdorf wird eröffnet. Im gleichen Jahr wird in der Peitlgasse ("Neu-Jedlersdorf") der Rangierbahnhof (heute Remise der Wiener Verkehrsbetriebe) errichtet.
  • 1872 mit dem Bau der Nordwestbahn erhält Jedlersdorf eine eigene Bahnstation ("Jedlersdorf transito") an dieser Linie (seit 1841 als Station "Jedlesee" an der Flügelbahn nach Stockerau, ab 1887 heißt die Station nur mehr "Jedlersdorf").
    mit der Errichtung der Nordwestbahn beginnt die Entwicklung Jedlersdorfs zum Industriestandort - vorallem entlang der Brünnerstrasse im Bereich der Nordbahnkreuzung
  • 1873 Für das Personal der "Nordwestbahn" werden 1873-1874 Personalwohnhäuser an der Strecke errichtet ("Nordwestbahn-Colonie").
  • 1894 der Gemeindeteil "Neu Jedlersdorf" (südlich der Schnellbahnstation Brünnerstrasse) wird abgetrennt und an die Großgemeinde Floridsdorf abgetreten
  • 1902 An der Brünnerstrasse wird eine neue Volksschule errichtet
  • 1904 der letzte Teil von Jedlersdorf wird mit der Großgemeinde Floridsdorf dem neuen 21. Wiener Gemeindebezirk eingegliedert
  • 1910 Ab 18.1. wurde die Strassenbahnstrecke Augarten - Floridsdorf am Spitz - Floridsdorfer Lokomotivfabrik (Neu-Jedlersdorf, Brünnerstrasse, heute Shopping Center Nord-SCN) als 31er (später 331er) elektrisch befahren.
  • 1911 Ab 30.12. wird die Reststrecke der ehemaligen Dampftramwaylinie über Groß-Jedlersdorf nach Stammersdorf elektrisch befahren.
  • 1925 Der "Franz Bretschneider-Hof" in der Mitterhofergasse wird als einer der ersten Wohnbauten des "Wiener Wohnhausprogrammes" eröffnet (Baubeginn 1924, Architekten Gustav Schläfrig und Hermann Reiser).

Ortsrichter

  • um 1760-80 Neudorfer Michael
  • 1804 -?? Laufner Anton
  • 1809 Pichlwanger Matthias
  • 1789 - 1817 Klager Adam
  • 1821 - 1828 Laufner Johann
  • 1831 - 1848 Laufner Johann

Bürgermeister

  • ??-1904 Franz Bernreiter *1842 +1914
© Floridsdorf.NET Freitag , 15. Dezember 2017